Zivilcourage
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Foto - Mark, Aldina, Adrian

Mark B. (16), St.Gallen-Bruggen, spielt in der Freizeit Handball.

 

Aldina H. (15), St.Gallen-Winkeln, geht gern mit Kolleginnen und Kollegen aus.

 

Adrian D. (15), St.Gallen-Bruggen, liebstes Hobby ist die Pfadi.

v.L.n.R

 

> Interview: Videogrundlage

 

"Wer einschreitet, dem wird vielleicht auch einmal geholfen"

 

Was bedeutet für dich Zivilcourage?

Mark: Wenn im Ausgang ein Kollege oder eine fremde Person von einer Gruppe angegriffen oder zusammengeschlagen wird, brauchts Zivilcourage: hinzugehen, etwas zu sagen oder zu unternehmen und nicht einfach vorüberzugehen oder zuzuschauen.
Aldina: Es kann überall auf der Welt geschehen. Meistens geht eine Gruppe auf jemanden los, aber es ist auch schlecht, wenns ein Einzelner tut.
Adrian: Bei Unfällen besteht Zivilcourage darin, die Polizei anzurufen und den Verletzten zu helfen. Das braucht Mut, wenn Zuschauer ihren Kommentar abgeben und meinen, dass sie es besser können.

 

Wo könnt ihr Zivilcourage konkret umsetzen?

Mark: Wenn man auf dem Heimweg einen Einbruch bemerkt und ruft, merkt der Einbrecher, dass er gesehen wurde.
Aldina: Wenn ein Mann seine Frau schlägt, muss man den Mut haben, die Polizei anzurufen, auch wenn es die Familie und den eigenen Vater und die eigene Mutter betrifft.
Adrian: Wenn sich in der Pfadi einer mit dem Beil ins Bein hackt, soll man ihn gut verarzten und dazu stehen, dass man nicht genug aufgepasst hat.

 

Welche Möglichkeiten gäbe es sonst noch?

Adrian: Wenn sich jemand vordrängt, könnte man sagen, er soll hinten anstehen, die andern müssen auch warten.
Aldina: Sicher nicht alle Soldaten in Guantánamo wollen Menschen foltern, aber sie haben Angst, es zu sagen. Gerade in diesem Fall wäre Zivilcourage wichtig.
Mark: Lehrerinnen und Lehrer sollten auch Mut beweisen, wenn ein aggressiver, starker Schüler ausflippt - nicht nur die drannehmen, die das Gleiche tun, aber vor denen die Lehrer keine Angst haben.

 

Kennt ihr jemanden, den ihr speziell mutig findet?

Aldina: Gestern kippte auf dem Marktplatz ein Betrunkener um und schlug sich den Kopf blutig. Ein McDonalds-Mitarbeiter kam und half. Ich kümmerte mich ebenfalls um ihn, worauf ein paar Jugendliche meinten, man muss nur auf dem Boden liegen, dann kommen alle Frauen. Sie hätten entweder etwas unternehmen oder vorbeilaufen können, aber nicht blöde Kommentare abgeben.
Mark: Im Ausgang machte beim Tanzzentrum in Bruggen einmal ein Mann eine Frau fertig. Als wir ihn böse anblickten, machte er auch uns an. Wir hatten ziemlich Angst vor ihm, weil er gross und stark war.

 

Wodurch wird eigentlichdie Zivilcourage verhindert?

Aldina: Durch Angst. Besonders schwer fällt Zivilcourage, wenn ein Kollege jemanden anderen zusammenschlägt. Es gibt auch Leute, die keine Lust haben, sich einzumischen.
Adrian: Manche sind sich zu gut.

 

Erinnert ihr euch an Vorfälle, wo die Zivilcourage fehlte?

Mark: Als einmal ein Kollege zusammengeschlagen wurde, rief ich bloss aus grossem Abstand etwas rein, was aber nichts nützte.
Aldina: Ich war Zeugin, wie vor einem Klub eine ganze Gruppe auf einen einkickte. Ich konnte es nur von Weitem sehen. Aber wenigstens die Sicherheitsleute vor Ort hätten einschreiten müssen.

 

Wieso ist Zivilcourage wichtig?

Mark: Wenn man ruft, ist der andere abgelenkt und gewarnt. Wenn einer den ersten Schritt gemacht hat, kommen vielleicht andere dazu.
Aldina: Wer etwas sagt, kann Schlimmeres verhüten, etwa, dass eine Frau vergewaltigt wird. Es gibt Leute, die jemanden totschlagen könnten. Sogar das kann verhindert werden, wenn man die Polizei ruft.
Adrian: Bei Unfällen kann man Menschenleben retten. Wenn man selber mal betroffen ist, kann man eher davon ausgehen, dass einem jemand hilft.

 

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