Humanität
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Humanität

Der Rotkreuzgründer ist durch seine Pläne und Taten unvergesslich geblieben. Dunants Werk wäre jedoch nicht denkbar ohne seine Werte. Von Kind auf besass er einen starken Gerechtigkeitssinn und eine ausgeprägte soziale Verantwortung.
Er war empfindsam und konnte Menschen begeistern. Die Werte - Humanität, Zivilcourage und Solidarität - waren für Dunant besonders zentral.

 

Themenbild Humanität

 

Menschlichkeit oder Humanität (lat. humanitas) ist der grundsätzlichste menschliche Grundwert. Er bedeutet die praktische Umsetzung der Ideen des Humanismus. Der Begriff bezeichnet die allgemeine Mitmenschlichkeit, Menschen- und Nächstenliebe. Dies bedeutet, dass wir respektvoll und konstruktiv miteinander umgehen. Es geht weniger um eine innere Eigenschaft, sondern eher um das, was im Umgang unter Menschen wünschenswert ist.
Der Gedanke der Humanität bedeutet auch, dass Menschen grundsätzlich gleich sind, unabhängig von Herkunft und Geschlecht.

Humanität - Erste Hilfe

Humanität umfasst aber auch die allgemeine Menschenwürde und die Ablehnung des Krieges. Dazu beinhaltet Humanität religiöse und politische Toleranz sowie Achtung vor dem Mitmenschen und seinen Überzeugungen. Dies lässt sich auf Tiere ausweiten sowie allgemein auf einen achtsamen, schützenden Umgang mit der Natur.
Humanität liegt allen Menschenrechten und sogar dem Völkerrecht zugrunde. Auf der Menschlichkeit sind also viele Rechtsgrundsätze zwischen den Staaten aber auch innerhalb eines Landes aufgebaut. Der Begriff hat auch eine zentrale Bedeutung im Zusammenhang mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit. In den Verfassungen und Gesetzen demokratischer Staaten ist die Humanität fest verankert, so auch in der Schweizerischen Bundesverfassung.

 

Hilfe ist gelebte Menschlichkeit

Humanität - Hilfsbereitschaft

Humanität und das Konzept der Solidarität führen zum Begriff Hilfsbereitschaft. Beispiele sind: das Engagement in sozialen Einrichtungen wie Caritas oder Diakonie, der Einsatz für Menschenrechte, die Nachbarschaftshilfe oder die Mitarbeit im Roten Kreuz. Überall hier äussert sich der Wille zur Menschlichkeit konkret. Im Gegensatz dazu ist zum Beispiel die unterlassene Hilfeleistung ein Verstoss gegen die Menschlichkeit. Sie wird im Strafgesetzbuch auch als Straftatbestand definiert. Damit wird die Überzeugung ausgedrückt, dass eine allgemeingültige Pflicht zur Menschlichkeit besteht.

 

Am Anfang des Roten Kreuzes stand die Humanität

Besonders konsequent verwirklicht und in konkrete Hilfe umgesetzt wurde der Grundsatz der Humanität vom Roten Kreuz. "Sono tutti fratelli" (Wir sind alle Brüder). Dies begriffen auch die Einheimischen von Solferino, als sie Dunant, den fremden, jungen Mann, wirken sa-hen. Die Botschaft des Satzes lautet: Jeder Mensch ist immer und überall Mitmensch.

Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung entstand aus eben dieser menschlichen Haltung heraus. Verwundete sollen unterschiedslos Hilfe erhalten. Menschliches Leiden soll überall und jederzeit verhütet und gelindert werden. Die Rotkreuzbewegung will Leben, Gesundheit und die Würde der Menschen schützen. Sie fördert Verständnis, Freundschaft, Zusammenarbeit und einen dauerhaften Frieden der Völker.

 

Beispiele von Menschlichkeit

Freud und Leid teilen, sich unterstützen oder einfach zuhören können, sind Bestandteile der Freundschaft.

Der zwischenmenschliche Umgang unter Freunden ist individuell und vielseitig. Freud und Leid teilen, sich unterstützen oder einfach zuhören können, sind Bestandteile der Freundschaft. Fremden gegenüber haben wir oftmals ein distanzierteres Verhältnis. Humanität erfordert eine vorurteilslose Haltung.

Foto - Albert Schweitzer

Zwei berühmte und tatkräftige Humanisten: Der aus dem Elsass stammende Arzt und Theologe Albert Schweitzer und seine Frau, die Lehrerin Helene Schweitzer-Bresslau, reisten 1913 nach Afrika und gründeten auf dem Gelände der evangelischen Pariser Mission in Lambaréné (im heutigen Gabun) ihr erstes Tropenspital.

Foto - Beat Richner

Beatocello oder Beat Richner ist ein Schweizer Kinderarzt und Musiker, der vor allem durch den Aufbau von Kinderspitälern in Kambodscha bekannt wurde. Die Finanzierung der Spitäler erfolgt mehrheitlich durch private Spenden.

 

Humanitäre Organisationen

Logo - UNICEF

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (engl. United Nations International Children's Emergency Fund, Unicef) ist eines der entwicklungspolitischen Organe der Vereinten Nationen. Es wurde 1946 gegründet, zunächst um Kindern in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg zu helfen. Heute arbeitet das Kinderhilfswerk vor allem in Entwicklungsländern und unterstützt in etwa 160 Staaten Kinder und Mütter in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung, Hygiene, Ernährung und Bildung.

Logo - Caritas

Die Haltung verschiedenster Hilfswerke baut auf Humanität auf. Religiös motivierte Institutionen wie das Fastenopfer oder die Caritas sammeln Geldspenden in der Ersten Welt, um sie der Dritten Welt als Entwicklungshilfe weiterzugeben.

Logo - Ärzte ohne Grenzen

Die Hilfsorganisation Médécins Sans Frontières (Ärzte ohne Grenzen) bietet Hilfe für Menschen in Notlagen, auch in umkämpften Gebieten, was mit einem grossen Risiko der Helfer verbunden ist.

 

Die UN-Kinderrechtskonvention

Im Sinn der Menschlichkeit wurde 1989 von der UNO-Vollversammlung die UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet. Auch Kinder haben feste Rechte.

> Wikipedia - Kinderrechte
> Wikipedia - Kinderrechtskonvention

 

"Wer menschlich handelt, tut ziemlich sicher das Richtige"

Für viele Philosophen stellt die oben zitierte goldene Regel den Kern von Moral dar. Anhand dieser Regel prüft man, ob eine Handlung in Bezug auf andere Menschen ausgeführt werden soll. Man fragt sich nämlich einfach, ob man von ihnen selbst in dieser Weise behandelt werden möchte. Wenn man das nicht will, ist die Handlung unmoralisch und man soll sie unterlassen.
Moral bedeutet also das, was als "richtiges Handeln" angesehen wird - sei es von einer einzelnen Person, einer Gruppe oder einer ganzen Kultur. Moral beschreibt, was Menschen für richtig halten oder was sie gemäss ihrer Vorstellung vom richtigen Handeln tun.

 

DAS ROTE KREUZ / 4  Das Schweizerische Rote Kreuz Das Interview  2  >

 

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