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Die weltgrösste humanitäre Organisation wird gegründet

Darstellung der ersten Genfer Konferenz
Eine Darstellung der Genfer Konferenz. Bevollmächtigte von 16 Signatarstaaten waren versammelt. Zwölf unterschrieben die Konvention.

Das Verschicken von Einladungen genügt nicht, sagte sich Dunant. So reiste er nach Berlin und Potsdam zum Empfang bei Preussens König Wilhelm I. In Dresden besuchte er König Johann. Über München, Stuttgart, Darmstadt und Karlsruhe kehrte er nach Genf zurück. Zusammen mit Dr. Basting, dem Chef der niederländischen Elitetruppe, hatte er den Schutz der freiwilligen Helfer noch erweitert. Das Komitee traf sich am 20. Oktober.

Das Ständige Internationale Komitee
Das Fünfergremium nannte sich "Ständiges Internationales Komitee". Es bestand aus General Henri Dufour als Präsident, Gustave Moynier als Vizepräsident, Dunant als Sekretär und den Ärzten Louis Appia (Chirurg) und Théodore Maunoir (Mediziner).

Durch zahlreiche Briefe war es von Dunant über dessen Erfolge orientiert worden. Statt mit Lob wurde der Weitgereiste mit Vorwürfen bedacht, weil er eigenmächtig gehandelt und die Vorschläge noch geändert hatte.
Der Kongress vom 26. Oktober 1863 wurde ein grosser Erfolg. Delegierte von 16 Regierungen und 13 privat angereiste Interessenten fanden sich ein. Sie fassten zehn Resolutionen über die Organisation, Rechte und Pflichten der freiwilligen Helfer auf dem Schlachtfeld. Nur als Wunsch angehängt wurde, dass die Kriegsführenden die freiwilligen Helfer als neutral anerkennen müssen. Das betrübte Dunant. In Artikel 8 der Resolution wurde bestimmt, dass die Helfer als Erkennungszeichen eine weisse Armbinde mit einem roten Kreuz tragen sollen.
Für die Schweiz bedeutet die Umkehrung der Landesfarben auf dem Emblem, das inzwischen überall auf der Welt verbreitet und bekannt ist, bis heute eine grosse Ehre. Mit der Gründung des Roten  Kreuzes begann auch die humanitäre Tradition der Schweiz.
Die anderen Komiteemitglieder bereiteten die zweite grosse Konferenz vor. Am 8. August 1864 eröffnete General Dufour vor 26 Delegierten im Rathaus von Genf das diplomatische Treffen. Nach zwei Wochen unterzeichneten zwölf von sechzehn Staaten aus fast ganz Europa die erste Genfer Konvention und versahen sie mit den Siegeln ihrer Länder. Das Rote Kreuz entwickelte sich zur anerkanntesten, weltumfassendsten Hilfsorganisation in Kriegszeiten.

 

Sei menschlich auch im Kriege – was in den Genfer Konventionen steht
Rotkreuz Armbinde Die erste Genfer Konvention von 1864 "betreffend die Linderung des Loses der im Felddienst verwundeten Militärpersonen" wurde von zwölf Staaten unterzeichnet und enthielt nur zehn Artikel. 1929 wurde die zweite Genfer Konvention "über die Behandlung von Kriegsgefangenen" abgeschlossen. Dies als Reaktion auf die riesigen Probleme beim Umgang mit Kriegsgefangenen im Ersten Weltkrieg. Bei einer Konferenz mit 70 Regierungen, zu der die Schweiz nach dem Zweiten Weltkrieg einlud, entstanden die heute gültigen vier Genfer Abkommen vom 12. August 1949: I verbessert das Los der Verwundeten und der Kranken im Feld (wie bisher), II regelt dasselbe auf dem Wasser, III regelt die humane Behandlung von Kriegsgefangenen und IV den Schutz der Zivilbevölkerung. Es gibt drei Zusatzprotokolle: I (1977) für den Kulturgüterschutz sowie gegen Angriffe auf gefährliche Einrichtungen (AKW), II (1977) mit Regeln bei internen Kriegen (Sudan, Biafra u.a.) und III (2005) fürs neue Schutzzeichen Roter Kristall. Das Rote Kreuz ist zwar ein Verein, doch alle Konventionen und Protokolle sind Bestandteile des humanitären Völkerrechts.
Originalurkunde - Die erste Genfer Konvention

> Genfer Konvention: Ausführliche Textfassung als PDF

 

Guillaume-Henri Dufour (1787-1875) Gustave Moynier (1826-1910) Théodore Maunoir (1806-1869) Louis Appia (1818-1898)
Guillaume-Henri Dufour (1787-1875) unterrichtete Napoleon Bonaparte an der Militärschule Thun, die er selbst mitgegründet hatte. Er beendete den Sonderbundskrieg ohne allzu grosses Blutvergiessen. Er war als Leiter des Eidgenössischen Topografischen Büros der erste moderne Landvermesser und wurde erster Präsident des Roten Kreuzes. Es war vermutlich seine Idee, für die Rotkreuzarmbinde die Schweizerfahne farblich umzukehren.

 

Gustave Moynier (1826-1910), Jurist, sass in über 40 Wohltätigkeitsvereinen. Er half 1862 Dunant nach der Veröffentlichung von "Eine Erinnerung an Solferino", seine Idee zu verbreiten. Von 1864 bis zu seinem Lebensende war er Präsident des Komitees vom Roten Kreuz. Er etablierte die Organisation, wurde aber zu Dunants Widersacher. Er verhinderte das Angebot von Kaiser Napoleon III., der Dunants Schulden sanieren wollte.

 

Théodore Maunoir (1806-1869) war unterstützte Louis Appia, als diese nach Genf kam. Er war einer der fünf Rotkreuzgründer und hiess die Vertreibung Dunants aus Genf nach dessen Konkurs nicht gut. Maunoir wuchs in einer wohlhabenden Genfer Ärztefamilie auf. Er war Mitglied der Genfer Kommission für Hygiene und Gesundheit. Von ihm erschien eine Studie zur medizinischen Versorgung der Opfer des amerikanischen Bürgerkriegs.

 

Louis Appia (1818-1898), Gründungsmitglied des Roten Kreuzes, war Chirurg mit besonderen Verdiensten in der Militärmedizin. Er stammte aus Hanau bei Frankfurt und wirkte ab 1849 in Genf. Er erfand ein Gerät zur Ruhigstellung eines gebrochenen Arms oder Beins während des Verwundetentransports.
Er und der holländische Hauptmann Charles van de Felde trugen im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 erstmals die Rotkreuzarmbinde.

 

Das Rote Kreuz aktiv

Rotkreuzkolonne in der Zeit zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg

Lastwagenkolonne des SRK in Wabern vor der Abfahrt nach Ungarn

Sanität 1914 Kinderhilfe Kinderhilfe Agadir 1970

 

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